Begründung:
Jugendliche benötigen im
öffentlichen Raum eigenständige, frei zugängliche Orte, an denen sie sich
unabhängig von Konsumzwängen aufhalten, treffen und entfalten können. Solche
Flächen leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität
junger Menschen, stärken soziale Teilhabe und wirken präventiv gegen
Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum.
In
den vergangenen Jahren wurden bereits verschiedene Vorstöße artikuliert und in
städtische Gremien eingebracht. Diese Ansätze gilt es systematisch
zusammenzuführen und dezernatsübergreifend auszuwerten, um bestehende
Erkenntnisse effizient zu nutzen und Doppelstrukturen zu vermeiden.
Gleichzeitig
zeigen sich innerhalb des Stadtgebiets deutliche Unterschied. Während in
einigen Sozialräumen bereits Planungen oder Initiativen existieren, fehlen
diese in anderen. Um eine gleichmäßige Entwicklung sicherzustellen, sollen
insbesondere die Ortsbeiräte vor Ort aktiv in die Identifikation geeigneter
Flächen eingebunden werden.
Die
konkrete Ausgestaltung der Flächen soll sich an bewährten Beteiligungsformaten
orientieren, insbesondere am Verfahren der Spielplatzbeteiligung im Rahmen des
Projekts Kinderfreundliches Mainz. Eine frühzeitige und strukturierte
Einbindung der jugendlichen Zielgruppe stellt sicher, dass die Flächen
bedarfsgerecht geplant werden und langfristig angenommen werden.
Für
die Ausgestaltung der Flächen sind gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu
zählen insbesondere digitale Infrastruktur wie WLAN und Lademöglichkeiten,
Maßnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit und Sauberkeit, eine gute Anbindung
an den öffentlichen Personennahverkehr sowie eine umweltverträgliche
Beleuchtung zum Schutz der umliegenden Fauna. Gleichzeitig ist sicherzustellen,
dass die Realisierung geeigneter Flächen nicht daran scheitert, dass einzelne
dieser Ausstattungsmerkmale nicht vollständig umgesetzt werden können. Vorrang
hat die tatsächliche Bereitstellung nutzbarer Räume für Jugendliche.
Ein
regelmäßiger Bericht im Jugendhilfeausschuss gewährleistet zudem Transparenz
über den Umsetzungsstand und ermöglicht eine politische Begleitung des
Prozesses.
Mit diesem Antrag wird ein wichtiger Schritt unternommen, um
Mainz jugendfreundlicher zu gestalten und Jugendlichen attraktive, sichere und
konsumfreie Freizeitmöglichkeiten zu bieten.
