Die angespannte
Haushaltslage der Stadt Mainz verlangt eine Politik, die ökologische Vernunft
und ökonomische Verantwortung zusammenführt. Wer den städtischen Haushalt
nachhaltig entlasten, Versorgungssicherheit stärken und Klimaziele ernsthaft
erreichen will, muss die Potenziale der Eigenstromerzeugung endlich konsequent
nutzen. Gerade der Ausbau von Photovoltaik auf kommunalen Liegenschaften ist
ein Gebot wirtschaftlicher Klugheit: Jede selbst erzeugte Kilowattstunde senkt
langfristig Kosten, reduziert Abhängigkeiten von externen Energieversorgern und
stärkt die kommunale Handlungsfähigkeit.
Für Liberale
ist klar: Klimaschutz funktioniert nicht durch Symbolpolitik, sondern durch
Innovation, Technologieoffenheit und effiziente Nutzung vorhandener Ressourcen.
Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, wenn geeignete Dachflächen im Eigentum
der Stadt und stadtnaher Gesellschaften trotz politischer Beschlusslage nur
zögerlich oder unvollständig für Photovoltaik erschlossen werden. Wer
Klimaziele beschließt, muss auch bereit sein, diese mit Tempo,
Prioritätensetzung und klarer wirtschaftlicher Steuerung umzusetzen.
Bereits mit dem
Beschluss zum Klimanotstand vom 25.09.2019 wurde die Verwaltung aufgefordert,
geeignete Dachflächen im Eigentum der Stadt und stadtnaher Gesellschaften für
Photovoltaik freizugeben. Umso drängender ist die Frage, warum dieses wirtschaftlich
wie ökologisch sinnvolle Instrument bislang offenbar nicht mit der
erforderlichen Konsequenz vorangetrieben wurde – und welche zusätzlichen
Belastungen für den städtischen Haushalt durch verzögerte Umsetzung entstanden
sind.
Vor diesem
Hintergrund bitten wir die Verwaltung der Landeshauptstadt Mainz um Auskunft
über den aktuellen Stand, die strategische Steuerung und die wirtschaftlichen
Auswirkungen der Eigenstromnutzung und des Photovoltaikausbaus im Stadtkonzern.
